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Der Retortenbabypionier Robert Edwards ist tot

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10.04.2013 / England
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In den Medien wurde Robert Edwards (1925-2013), der am 10. April gestorben ist, als Pionier der künstlichen Befruchtung gewürdigt. Die Forschungsarbeiten von Robert Edwards und Patrick Steptoe hatten 1978 zur Geburt des ersten Retortenbabys namens Louise Brown geführt. Er habe Millionen Menschen den Wunsch nach Kindern erfüllt. 2010 hatte Edwards deswegen den Nobelpreis für Physiologie und Medizin erhalten – ein absoluter Tiefpunkt in der Geschichte der Nobelpreisvergaben.
Wie der Autobiografie "A Matter of Life" von Robert Edwards und Patrick Steptoe zu entnehmen ist, basierte ihre erstmals erfolgreiche In-vitro-Fertilisation auf unzähligen ethisch absolut verwerflichen Versuchen. Dazu gehörte z.B. der Transfer von menschlichen Ei- und Samenzellen in den Reproduktionstrakt von Kaninchen und Rhesusaffen, um eine Befruchtung zu erzielen. Derartige Versuche sind in den zivilisierten Ländern seit vielen Jahren gesetzlich verboten. Der hohe Preis, der mit Edwards Forschungsmethoden bezahlt werden musste, wurde durch den Nobelpreis unter den Tisch gewischt. Obwohl inzwischen mehrere Millionen Menschen via IVF gezeugt wurden, bleibt an der Technik der Makel seiner absolut verwerflichen Experimente haften. Die Reproduktionsmedizin hat inzwischen zusätzlich etliche ethische Probleme in die Welt gesetzt. Man darf nicht vergessen, welche Auswüchse wir heute der IVF zu verdanken haben: Samen-, Ei- und Embryonenspenden, Millionen tiefgefrorene und vernichtete Embryonen, Embryonenforschung, Präimplantationsdiagnostik (PID), Leihmutterschaft, Klonversuche und sogar die Zeugung von Kindern aus dem Samen Verstorbener.
Robert Edwards war ein skrupelloser Forscher, der im Jahr 2003 unter dem Titel „Human reproductive cloning – the step is nearer“ die ethisch verwerflichen Klonversuche von Panayotis Zavos begrüsste. 2005 versuchte er das reproduktive Klonen des Menschen mit dem Begriff „Infertility cloning“ salonfähig zu machen. 2006 stellte sich heraus, dass die beiden Forscher Zavos und Illmensee tatsächlich Embryonen geklont und in die Gebärmutter einer Frau transferiert hatten. Sie hatten im Journal Archives of Andrology einen wissenschaftlichen Artikel darüber veröffentlicht. Im Journal für Reproduktionsmedizin und Endokrinologie, - damals immerhin das offizielle Publikationsorgan für die Schweizerische, Deutsche und Österreichische Gesellschaft für Reproduktionsmedizin -, schrieb Illmensee ungeniert auch über das reproduktive Klonen des Menschen als durchaus praktikable medizinische Anwendung. Robert Edwards hinterlässt ein bedenkliches Erbe, dessen fatale Auswirkung auch in die Zukunft hinein gar nicht abschätzbar ist.

Quelle/Links:
Robert Edwards, Patrick Steptoe, Andrew Steptoe (Hg.), A Matter of Life: The Story of IVF - a medical Breakthrough. New York 1980. Kindle Edition vom Amazon.
Kategorie: In-vitro-Fertilisation (IVF)

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